Die Zwillinge

 

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Unter den Sternbildern des Tierkreises nehmen die Zwillinge (lateinisch „Gemini“) eine Sonderstellung ein: sie stehen am höchsten am Himmel, und wenn die Sonne auf ihrer Jahresbahn in die Zwillinge eintritt, so beginnt bei uns der Sommer.

Zwillinge_Zeichnung

In den Horoskopen der Astrologen jedoch beginnt der Monat der Zwillinge bereits am 21. Mai, was damit zusammenhängt, dass die Achse, um die sich die Erde täglich dreht,  wie ein Kreisel „eiert“ und dass die Sonne vor gut zweitausend Jahren, als die Tierkreiszeichen bestimmt wurden, im letzten Drittel des Mai tatsächlich ins Sternbild Zwillinge eintrat.

Zwillinge_Foto

Die Zwillinge liegen auf der Sonnenbahn, der Ekliptik, zwischen dem Stier im Westen und dem Krebs im Osten. Die beiden Hauptsterne auf der Ostseite des Sternbildes heissen Castor und Pollux (der bei den Griechen eigentlich Polydeukes hiess). Die Geburt dieser Zwillingsbrüder ist geheimnisumwoben: Polydeukes war ein Sohn des Göttervaters Zeus (und daher unsterblich), sein sterblicher Zwillingsbruder Castor aber war vom König Tyndareus gezeugt, ihre Mutter war Leda. Die beiden Helden sind auch als die „Dioskuren“ bekannt, (d. h. die Söhne des Zeus).


Zwillinge_Karte

Neben den zwei Hauptsternen, die beide etwa fünfzigmal so hell leuchten wie unsere Sonne und die beide weniger als 50 Lichtjahre von uns  entfernt sind, finden wir am westlichen Ende den prächtigen offenen Sternhaufen M 35 in 2800 Lichtjahren Entfernung, eine Ansammlung von über 500 Sternen etwa auf der scheinbaren Fläche des Vollmondes. Gleich daneben kann man (auf dem Foto unten rechts) einen weiten Sternhaufen sehen: dieser umfasst über 10'000 Sterne und liegt etwa 16'000 Lichtjahre von uns entfernt. Er trägt die Katalognummer NGC 2158 und ist erst im Teleskop zu erkennen, während man M 35 in einer mondlosen Nacht bereits von blossem Auge als verschwommenen Fleck erkennen und mit einem Feldstecher Einzelsterne sehen kann.


Sternhaufen Messier 35 Foto von M 35 / NGC 2158 gefunden bei APOD