Schweizer Fahne auf dem Mond

Öffentlicher Vortrag von
Men J. Schmidt
Donnerstag, 18. März 2010
um 20 Uhr im
TKB-Saal des Planetariums
Eintritt frei
Kollekte zur Deckung der Unkosten
Schweizer Fahne auf dem Mond
Bereits Jahre vor der Mondlandung schlug ein Team von Berner Physikern um Prof. Johannes Geiss das Sonnenwind-Experiment vor. 1965 kamen NASA-Experten nach Bern und prüften das Vorhaben auf seine Durchführbarkeit. Prof. Geiss gelang es, die NASA in Kalifornien zu überzeugen und das Experiment wurde im Jahr 1967 ins Mondfahrtprogramm der NASA aufgenommen. Allerdings war unser Experiment damals noch nicht für die erste Mondlandung vorgesehen. Dieser Entscheid fiel erst Ende 1968, etwa acht Monate vor dem Start. Es wurde zum vollen Erfolg und machte die Berner Physiker in aller Welt bekannt.

Eine unscheinbare Aluminiumfolie kam dabei zum grossen Auftritt vor der gebannten Weltbevölkerung. Sie war den US-Astronauten von einem Team um Johannes Geiss, dem damaligen Direktor des Physikalischen Instituts an der Uni Bern, mitgegeben worden, um damit winzige Teilchen aufzufangen, die von der Sonne ins All geschleudert werden. Nachdem Neil Armstrong und Edwin Aldrin die ersten Gehversuche auf dem Mond unternommen und eine Fernsehantenne aufgestellt hatten, sahen Millionen von Fernsehzuschauern live, wie Aldrin das so genannte Schweizer Sonnenwindsegel in den Mondboden steckte. Die "Berner Fahne" wurde somit noch vor der US-Flagge auf dem Mond gehisst. Dies war nur dank den Bemühungen von Prof. Geiss möglich, da er die NASA davon überzeugen konnte, dass es unbedingt notwendig war den kurzen Aufenthalt auf dem Mond zu nutzen und die Sonnenwind- Teilchen mit der Folie einzufangen.
Es handelte sich um das einzige nichtamerikanische Experiment, dass im Apollo Programm zum Mond flog. Der Vortrag rollt nochmals die 45 Jährige Geschichte des Sonnenwindsegels der Uni Bern auf und beschreibt die Mission der "Schweizer Fahne" auf dem Mond. Bei fünf der sechs bemannten Mondlandungen wurde das Sonnenwindexperiment auf dem Erdtrabanten aufgestellt und damit Edelgasteilchen allem voran Helium eingefangen.

Der Vortrag wird von historischen und aktuellen Bilder (z. B. der kürzlich fotografierten Mondlandeplätze) umrahmt. Ein Originalsonnensegel der Uni Bern (für Testzwecke) und ein Stück Folie, die bei der Apollo 14 Mission zum Mond flog, sind im Foyer des Planetariums für die Öffentlichkeit ausgestellt.
