Astroschau Dez. 2009

(Klaus Büchele, Demonstrator AVK)

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geschichtendock-logoDer Wintermonat bietet bei kurzer Tageshelligkeit – klare Witterung vorausgesetzt – lange Beobachtungen am abendlichen Sternhimmel. Die Sonne erreicht am 21 Dezember um 18h47m MEZ den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn (sie steht 23½ Grad südlich des Himmelsäquators) und somit tritt die Wintersonnenwende ein. Zirka 8 Stunden Tag und 16 Stunden Dämmerung und Nacht umhüllen dann die irdische Nordhalbkugel in unseren Breiten. Am Mittwoch, den 2. Dezember, leuchtet der Vollmond im Sternbild Stier, ganz in der Nähe der Plejaden: im Fernglas ein sicher reizvoller Anblick. Der letzte Tag des Jahres, der 31. Dezember, bietet uns noch eine partielle Mondfinsternis. Am frühen Donnerstagabend treten ca. 8 % des Vollmonddurchmessers in den Kernschatten der Erde. Dies ist allerdings nicht sehr auffällig, und ein Fernglas steigert auch hier den Beobachtungseffekt.

Von den Planeten ist Jupiter im Steinbock noch am frühen Abend zu sehen. Seine Helligkeit sinkt weiter auf –2.1mag  und ist damit nicht mehr so dominant am Abendhimmel wie in den Vormonaten; die Sichtbarkeitsdauer schrumpft auf nur noch rund 3 ½ Stunden.
Saturn bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Jungfrau und ist in der 2. Nachthälfte zu beobachten. Im Teleskop erscheint der 0.9mag helle Ringplanet wegen der momentan geringen Neigung seines Ringsystems zur Erde nicht gerade spektakulär. Zwei helle Striche in der Äquatorebene sind alles, was man seitlich des Saturnscheibchens erkennen kann.
Venus, unsere innerer Nachbarplanet, hat sich als „Morgenstern“ verabschiedet und kann noch zu Monatsbeginn kurz vor Sonnenaufgang knapp über dem Südosthorizont im Fernglas gefunden werden. Sie strebt die obere Konjunktion an, die sie im Januar 2010 erreicht, und mit ihr die maximale Entfernung von über 250 Millionen Kilometern von der Erde. Im Fernrohr erkennt man das fast volle Venusscheibchen.
Mars, der nächste äussere Nachbar, verzögert seine rechtläufige Bewegung durch den Löwen und wird am 21. Dezember stationär, bevor er zu seiner Oppositionsschleife ansetzt. Der rote Planet wird zum markanten Gestirn der gesamten Nacht, und sein Planetenscheibchen wächst bis zum Jahresende auf 12.7 Bogensekunden an.
Vom 18. bis 23. Dezember ist unser innerster und sonnennächster Planet Merkur ca. eine Viertelstunde zu erspähen. Voraussetzung ist ein klarer Horizont in der Abenddämmerung tief am Südwesthimmel so gegen 17 Uhr. Diese Abendsichtbarkeit erreicht der flinke Planet durch seine grösste östliche Elongation von der Sonne (20°18’ Winkelabstand).
Von den periodischen Sternschnuppenströmen seien die Geminiden hervorgehoben. Ihr Radiant (Ausstrahlungspunkt) liegt rund ein Grad südwestlich von Castor. Das Maximum des Stromes tritt in den Morgenstunden des 13. Dezember ein. Vom 7. bis 17. Dezember sind auch gelegentlich sehr helle Meteore zu sehen (zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens).

Sternkarte Dezember 2009

Sternkarte von Heavens Above

Der abendliche Sternenhimmel zeigt nun deutlich winterliche Strukturen. Ausser Perseus haben alle Herbstbilder Mitte des Monats um 22 Uhr MEZ den Meridian überschritten und sich in der westlichen Himmelshälfte versammelt. In der östlichen Sphäre sind die Wintersternbilder bereits vollständig aufgegangen. Am Nordwesthorizont funkelt noch die Wega in der Leier, während hoch im Osten, fast im Zenit, die etwa gleich helle gelbliche Capella im Fuhrmann leuchtet. Sie bildet mit weiteren fünf auffallend hellen Sternen, nämlich Aldebaran (Stier), Rigel (Orion), Sirius (Grosser Hund), Procyon (Kleiner Hund) und Pollux (Zwillinge) das sogenannte Wintersechseck im östlichen Himmelsareal. Damit präsentiert sich der Winterhimmel deutlich sternreicher als der sommerliche; zusätzlich lädt die frühe Dunkelheit des Abends alle Sternfreunde zum Suchen und Entdecken (Sternkarte) der markanten Winterbilder mit ihren auffallend hellen Sternen ein.

(siehe auch "Aktuell")

 

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Tue, 07. Sep 2010
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