Astroschau März. 2010

(Klaus Büchele, Demonstrator AVK)

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Im Monat März passiert die Sonne am 20. um 18:32 Uhr den Frühlingspunkt, also den Schnittpunkt von Ekliptik und Himmelsäquator. Zu Frühlings-anfang herrscht, astronomisch gesehen, Tag- und Nachtgleiche von jeweils 12 Stunden, und die Sonne tritt in das (astrologische) Tierkreiszeichen Widder. Von nun an werden die Tage lang und länger bis zum Sommeranfang am 21. Juni des Jahres. Ab dem frühen Sonntagmorgen des 28. März gilt wieder die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ); die Uhren werden um eine Stunde vorgestellt von 2:00 auf 3:00 Uhr. Erst Ende Oktober kehren wir wieder zur „normalen“ mitteleuropäischen (MEZ) Zeit zurück.
Der Mond in seinem letzten Viertel begegnet am 7. März in den frühen Morgenstunden dem rötlichen Antares, dem Hauptstern im Sternbild Skorpion. Nach Neumond (15. März) zieht die schmale Mondsichel am 20. März dicht an den Plejaden vorbei. Beide Begegnungen sind mit blossem Auge oder im Fernglas leicht zu verfolgen. Das erste Viertel erreicht der Mond am 23. März, und eine Woche später, am 30. März, beherrscht der Ostervollmond das Sternbild Jungfrau.
Von den Planeten zeigt sich Merkur Ende März am Abendhimmel. Der innerste, flinke Planet wird am 26. 3. kurz nach 19 Uhr knapp über dem Westhorizont sichtbar, und am 31. März gegen 21 Uhr begegnet er der strahlend hellen Venus. Diese wird als Abendstern allmählich auffallend für das blosse Auge, und man findet sie nach Sonnenuntergang tief im Westen. Mars wird im Sternbild Krebs stationär und beendet sie Oppositionsperiode. Nach seinem Stillstand bewegt er sich wieder rechtläufig auf den offenen Sternhaufen Krippe (M44) zu und verliert deutlich an Helligkeit.
Saturn kommt im Sternbild Jungfrau am 22. März in Opposition zur Sonne. Somit ist der Ringplanet die ganze Nacht beobachtbar, und seine Entfernung zur Erde erreicht ein Minimum (1272 Millionen Kilometer). Er leuchtet mit 0.5mag in maximaler Helligkeit, trotz seiner Ringöffnung von nur 3.2 Grad. Bei voller Ringöffnung von 27 Grad erscheint er mit -0.5mag eine ganze Grössenklasse heller. Zur Zeit blicken wir auf die Nordseite des Rings. Um diese und andere Details zu erkennen, braucht es ein Teleskop mit mindestens 50-facher Vergrösserung. Der Besuch einer Sternwarte, z. B. Kreuzlingen, empfiehlt sich also bestens.
Von den Planetoiden ist zur Zeit Vesta im Sternbild Löwe nahe des Kopfsterns Algieba mit einem Fernglas zu verfolgen. Dieser Kleinplanet mit 538 km Durchmesser stand Mitte des Vormonats in Opposition zu  Sonne und ist mit der 6. Grössenklasse  einer der hellsten ihrer Art.

Sternhimmel 15. März 2010Der Sternhimmel vom 15. März 2010 um 22 Uhr
www.heavens-above.com
Der Blick zum Sternenhimmel zeigt dem Beobachter: der Winter geht langsam zu Ende, und der Frühling naht. Um die Standardzeit 22 Uhr sind alle Wintersternbilder im Westen zu finden, der Orion und Sirius im Grossen Hund sind zum Untergang bereit, Aldebaran im Stier steht tief im Westen. Noch höher stehen Castor und Pollux in den Zwillingen und die helle Capella im Fuhrmann. Hoch im Südosten dominiert nun das Sternbild des Löwen mit dem hellen Regulus, dem kleinen König, als Hauptstern, gefolgt von der südlich horizontnahen Jungfrau mit der bläulich-weissen Spica mit einer Oberflächentemperatur von 20'000 Kelvin (Sonne: knapp 6000 Kelvin). Tief im Osten leuchtet der helle orangefarbene Stern Arktur im Sternbild Bootes, dem Rinderhirten, auch als Bärenhüter bezeichnet. Die Verlängerung des Bogens der Deichselsterne des Grossen Wagens weist uns den Weg zu Arkur und damit zum Frühlingsdreieck, gebildet aus den hellen Sternen Arktur, Regulus und Spica.
 

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Tue, 07. Sep 2010
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