Astroschau Feb. 2010

(Klaus Büchele, Demonstrator AVK)

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Im zweiten Monat des Jahres werden nun die Tage spürbar länger und die Mittagshöhe der Sonne deutlich grösser. Bezogen auf 9° östlich von Greenwich und 47½ Grad Nord (bei Müllheim) steht unser Tagesgestirn zur Mittagszeit exakt am 1. Februar 25.4° über dem Horizont. Am Monatsende sind es schon 34.5°, somit verspäten sich zum Beispiel die Sonnenuntergänge in diesem Zeitraum um 39 Minuten und der Tagbogen unseres Gestirns verlängert sich um 83 Minuten.
Nachdem am 30. Januar Vollmond herrschte, erreicht unser irdischer Begleiter am 6. Februar sein letztes Viertel und am 14. des Monats Neumond. Vom 21. zum 22. Februar bekommt das Sternhäufchen der Plejaden (im Sternbild Stier) Besuch vom zunehmenden Mond (1. Viertel), was einen reizvollen Anblick von blossem Auge oder im Fernglas ergibt. Zum Monatsletzten leuchtet uns wieder der Vollmond.
Von den Planeten stand Venus im Vormonat in oberer Konjunktion mit der Sonne (also am Taghimmel) und war nicht beobachtbar. Gegen Ende dieses Monats kann Venus östlich der Sonne etwa eine halbe Stunde lang mit blossem Auge in der Abenddämmerung gesehen werden. Mars und Saturn sind die Fernrohrplaneten des Monats und fast die ganze Nach hindurch sichtbar. Der „Rote Planet“ bremst seine rückläufige Bewegung im Sternbild Krebs merklich ab und passiert dabei den offenen Sternhaufen Praesepe (Krippe) in etwa 2 Grad Distanz (Fernglas!). Der Ringplanet Saturn beschleunigt seine rückläufige Bewegung durch das Sternbild der Jungfrau und verlagert seine Aufgänge in die Abendstunden. Seine Opposition zur Sonne wird er im nächsten Monat erreichen und damit die besten Beobachtungsbedingungen.
Jupiter, der grösste aller Planeten, gibt seine Abschiedsvorstellung am Abendhimmel. Im ersten Monatsdrittel kann man ihn noch tief im Südwesten beobachten, in der Abenddämmerung zwischen 18 und 19 Uhr. Im Fernglas lässt sich am 16. Februar die Begegnung Venus-Jupiter tief am Südwesthori-zont etwa um 18 Uhr verfolgen: gute Witterung vorausgesetzt, kann man die beiden Planeten in nur 0.7 Grad Abstand (anderthalb Monddurchmesser) beobachten.
Wie im Vormonat beherrschen die Wintersternbilder mit ihren zahlreichen hellen Sternen die Himmelskugel. Zur Monatsmitte gegen 22 Uhr MEZ kulminiert Sirius im Grossen Hund, d. h. er  nimmt die höchste Stellung im Süden ein. Ein Gestirn kulminiert, wenn es den Meridian, (die Mittagslinie von Süden über den Zenit nach Norden) durchschreitet. Die Kulmination bedeutet den höchsten Punkt eines Himmelskörpers auf seiner Bahn, zugleich teilt der Meridian den Sternenhimmel in eine östliche und eine westliche Hälfte.

Sternkarte 14. Februar 2010 22 Uhr Der Sternhimmel vom 14. Februar 2010 um 22 Uhr
www.heavens-above.com

Im Februar hat sich nun zu unserer Standardzeit (22 Uhr) das bekannte Wintersechseck deutlich nach Westen verlagert. Im Osten ist das Sternbild Löwe bereits vollständig über dem Horizont aufgegangen. Sein Hauptstern Regulus leuchtet mit der ersten Grössenklasse 120 mal heller als unsere Sonne in 78 Lichtjahren Entfernung. Nur ein halbes Grad von der Ekliptik entfernt ziehen in seiner Nähe manchmal der Mond und die hellen Planeten vorbei.
Zwischen und in den Wintersternbildern Zwillinge und Stier findet man in mondlosen Nächten mit blossem Auge die bekannten offenen Sternhaufen M35 und M45, die Pleiaden und die Hyaden im Stier. Letztere sind ein ausgedehnter Sternhaufen, an dessen östlichem Rand Aldebaran als roter Riesenstern leuchtet, aber nicht den Hyaden zugehörig, denn der Hauptstern des Stiers steht uns deutlich näher! Die Plejaden (auch Siebengestirn genannt) sind wohl das markanteste Sternhäuflein und bieten im Fernglas einen unvergesslichen Anblick.

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Tue, 07. Sep 2010
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