Astroschau Jan. 2010
(Klaus Büchele, Demonstrator AVK)
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Zum Jahresanfang, dem 3. Januar, steht die Erde am sonnennächsten Punkt ihrer Bahn (Perihel). Nur rund 147 Millionen km ist jetzt die Erde von unserer Sonne entfernt. Trotz der Sonnennähe erlebt die irdische Nordhalbkugel aber ihre kurzen und kalten Wintertage durch den flachen Tagesbogen der Sonne (23½ Grad südlich des Himmelsäquators). Ihre Strahlen benötigen jetzt ca. den dreifachen Weg durch unsere Atmosphäre gegenüber der Sommerzeit, kühlen dadurch deutlich ab und treffen in einem flachen Winkel auf die Erde auf. Die eingestrahlte Wärme verteilt sich so auf eine grössere Fläche.
Nachdem der Vollmond zu Silvester 2009 uns eine so genannte partielle Mondfinsternis bescherte (der Mond war nur teilweise verfinstert), passiert er am 4. Januar den helle Stern Regulus (Hauptstern im Sternbild Löwen) nahe der Ekliptik. Sein letztes Viertel erreicht er am 7. Januar, und Neumond wird dann am 15. Januar sein. Dem Zyklus folgend wird dann am 30. des Monats dann Vollmond sein. Schon im Fernglas sind viele Details (Krater, Gebirgszüge, usw.) entlang der Tag und Nachtgrenze – dem Terminator – zu beobachten. Der Mond begegnet am 18.01. gegen 17 Uhr in einem Abstand von knapp 6 Grad dem Planeten Jupiter: ein sicher reizvoller Anblick mit dem blossen Auge. Die schmale Mondsichel – 3 Tage nach Neumond – findet man weniger als eine Handbreit nördlich von Jupiter.
Von den Planeten dominiert der strahlend helle, rötliche Mars zum Jahresanfang den Nachthimmel. Rückläufig wandert er durch das Sternbild Löwe in den Krebs und steht am 29.01. in Opposition zur Sonne. Dadurch ist der Planet Mars die ganze Nacht mit der maximalen Helligkeit, der geringsten Erdentfernung (99,3 Millionen Kilometer) und dem grössten Durchmesser des Planetenscheibchens sichtbar. Im Fernrohr, bei starker Vergrösserung, sind die Polkappen und Oberflächendetails erkennbar. Durch die elliptische Marsbahn um die Sonne variieren die Oppositionsentfernungen ständig zwischen 55,8 Millionen Kilometer (2003) und 100,8 Millionen Kilometer (2012) zur Erde. Die Mars-Oppositionen folgen im Mittel in Abständen von 2 Jahren und 50 Tagen auf einander.
Der Riesenplanet Jupiter kann noch früh abends tief im Südwesten gesichtet werden. Er wandert aus dem Sternbild Steinbock in den Wassermann. Im Laufe des Monats nimmt seine Helligkeit immer mehr ab. Am Monatsende sinkt Jupiter schon um 19 Uhr unter den Horizont.
Der Ringplanet Saturn befindet sich im Sternbild der Jungfrau und wird nun langsam zum Planeten der ganzen Nacht. Im Teleskop erkennt man einen nur wenig geöffneten Ring von nur 5 Grad. Wir blicken momentan von der Erde aus auf die Nord-seite des Ringes.
Von den inneren Planeten hält sich die Venus am Taghimmel unsichtbar auf. Am 11.01. steht sie abends in oberer Konjunktion mit der Sonne.
Der flinke Planet Merkur wird ab dem 16.Januar in der Morgendämmerung tief im Südwesten sichtbar, bevor er gegen 7Uhr morgens dann verblasst.

Der Sternhimmel vom 15. Januar 2010 um 22 Uhr
www.heavens-above.com
Den winterlichen Sternhimmel erkunden wir am besten zur Monatsmitte gegen 22 Uhr und suchen das Sternbild des Gr. Wagens (Ursa Major) auf. Seine beiden äusseren Wagensterne zeigen fünffach verlängert auf den Polarstern, dem letzten Deichselstern des Kleinen Wagens (Ursa Minor) und somit die Nordrichtung an. Hoch im Süden steht nun das markanteste Wintersternbild, nämlich der Himmelsjäger Orion mit seinen hellen Sternen Beteigeuze (rötlich) und dem Fussstern Rigel (bläulich). Ebenfalls ins Auge springen die drei Gürtelsterne des Orions. Leicht südöstlich im Sternbild des Gr. Hundes (Canis Major) leuchtet der hellste Stern des ganzen Himmels fürs blosse Auge – Sirius. Er ist mit einer Entfernung von nur 8,6 Lichtjahren einer unserer nächsten Nachbarsterne.
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