Der Andromedanebel
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Die Bezeichnung „Nebel“ wird in der Astronomie gleich in mehrfacher Bedeutung verwendet. Der wohl bekannteste ist der grosse Orionnebel mit der Bezeichnung Messier 42, der an einem klaren und mondlosen Winterhimmel schon von blossem Auge als verschwommenes Fleckchen im Schwert des Himmelsjägers gesehen werden kann. Mit einem Feldstecher sind bereits Konturen auszumachen.
Der grosse Orionnebel, fotografert von Rochus Hess
Der Orionnebel ist eine gewaltige Gaswolke und besteht vorwiegend aus Wasserstoff; er enthält aber auch grosse Mengen aus schwereren Atomen und Staub. Aus den Wasserstoffteilchen ballen sich ständig dichte Gaskugeln zusammen: im Orionnebel entstehen so Hunderte von neuen Sternen. Der Staub und die schwereren Teilchen können sich dabei zu Planeten verdichten, so dass wir den Orionnebel als Geburtsstätte von fremden Sonnensystemen betrachten können.
Eine ganz andere Nebel-Art sind die „planetarischen Nebel“. Wir können sie als Überreste eines bereits gestorbenen Sternes bezeichnen: sie entstehen, wenn eine alte Sonne im letzten Teil ihres Sternenlebens ihre äusseren Gasschichten ins Weltall hinaus abstösst; dort hält sie der sterbende Stern noch eine Weile am Leuchten, bevor sich die Gase endgültig im Weltall verteilen.
Der Helixnebel im Wassermann (Bild: NASA/ESA)
In einem kleinen und daher lichtschwachen Fernrohr erscheinen diese Gaswolken ähnlich rund wie die Planetenscheibchen, und daher kommt auch die Bezeichnung „planetarischer Nebel“. Aber mit den uns bekannten Planeten haben diese Himmelsobjekte nichts zu tun!
Der Andromedanebel schliesslich ist gar kein echter Nebel, nur hat man das bis etwa ins Jahr 1900 mit den damaligen Teleskopen nicht erkennen können. Heute wissen wir, dass der Andromedanebel eine Galaxie ist, also eine Milchstrasse wie die, zu der auch unser Sonnensystem gehört. Diese Andromeda-Galaxie liegt beinahe 3 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.
Die Andromeda-Galaxie, fotografiert von John Lanoue
Wenn wir sie also an einem dunklen Herbst- oder Winterabend von blossem Auge als nebliges Fleckchen wahrnehmen, blicken wir fast drei Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit: die grösste Entfernung, die unser Auge ohne Hilfsmittel überbrücken kann!

